Zahnarzt Düsseldorf Dr. Tom Froböse

Ernährung

Allgemeines

Die Ernährung spielt für die Zahngesundheit eine entscheidende Rolle. Die Nahrungsauswahl beeinflusst sowohl den Zahnaufbau bzw. die Zahnhärtung als auch die Kariesentstehung bzw. -prophylaxe.

Nicht allein der Verzicht auf Süßigkeiten macht eine zahngesunde Ernährung aus. Es gibt viele Faktoren, die bezüglich einer zahngesunden Ernährung zu berücksichtigen sind.

Bereits in Schwangerschaft und Stillzeit werden die Zähne des Kindes angelegt; daher muss während dieser Zeit eine ausreichende Versorgung der Mutter mit den Nährstoffen, die für die Bildung der Zahnsubstanz essentiell sind, gewährleistet sein.

Die Konsistenz unserer Nahrung ist zunehmend weicher geworden. Dadurch sind die mechanische Reinigung sowie ein im sinnvollen Maße stattfindender Zahnabrieb eingeschränkt. Zucker- und stärkehaltige Speisen bieten Bakterien im Mund die Grundlage für Säureproduktion, die wiederum Karies nach sich zieht.

Wichtig im Zusammenhang mit der Aufnahme kariogener Nahrungsmittel sind der Einnahmezeitpunkt und die Verzehrhäufigkeit. Auch die Gesundheit des Zahnfleisches ist stark abhängig von einer vollwertigen Ernährung

Allgemeine Grundsätze der zahngesunden Ernährung:

1. Unkontrollierte Zwischenmahlzeiten und Naschereien vermeiden. Damit wird die Einwirkzeit der Säuren auf die Zähne verringert, der Speichel kann die Nahrung ausschwemmen und neutralisieren und man weiß, wann die Zähne geputzt werden müssen. Zwischenmahlzeiten sollten wenn aus frischen Karotten, Obst (keine klebrigen Bananen oder Feigen) oder fetthaltigen Speisen (z.B. Milchprodukten) bestehen.

2. Eine grobe, schleifkörperreiche Vollwertkost ist wünschenswert. Neben der unausgewogenen Zusammensetzung unserer Ernährung, ist auch häufig deren Konsistenz für das Zahnfleisch zu weich. Dadurch wird das Zahnfleisch nicht genug gefordert und "verweichlicht". Zur Straffung und Vitalisierung dient neben einer intensiveren Kautätigkeit durch harte oder rohe Nahrung die angewandte Massagetechnik beim Zähne- und Zahnfleischputzen.

Außerdem führt eine längere Kauzeit auch zur verstärkten Speichelproduktion; dies fördert einmal die Selbstreinigung der Zähne und dient zum anderen einer besseren Vorverdauung der Nahrung und damit zur Entlastung des Magens.

3. Die für die Zahn- bzw. Zahnfleischgesundheit wichtigen Vitamine aufnehmen. Dazu zählen die Vitamine A, C, D und der Vitaminkomplex B.

Achtung Obst: Auch säurehaltige Nahrungsmittel, wie beispielsweise Obst und Fruchtsäfte, können den Zahn schädigen. Häufig reicht die Speichelproduktion nicht mehr aus, um die Säure, die den Zahnschmelz schädigen kann, zu neutralisieren. In diesem Zusammenhang besonders zu beachten ist die Tatsache, dass unmittelbares Zähneputzen nach der Aufnahme saurer Speisen die schädigende Wirkung verstärkt! Der durch den Säureangriff demineralisierte Zahnschmelz wird durch die Zahnbürste noch weiter abgerieben. Daher sollte man den Mund mit klarem Wasser spülen oder zuckerfreie Kaugummis kauen, um die schnelle Neutralisation der Säure zu unterstützen.

4. So wenig Zucker (Saccharose) wie möglich essen; auch auf Glucose (Traubenzucker) und Fructose (Fruchtzucker) verzichten, da diese genauso schädigen.

Gemeint sind damit Bonbons, Schokolade, Süßgebäck, Speiseeis, aber auch Fruchtsäfte, Limonaden, Cola und Honig. Weichen sie auf vielfach vorhandene "zahngesunde" Süßigkeiten aus (achten Sie auf das "Zahnmännchen").

Übrigens: Besondere Kariesgefahr lauert auch dem, der ständig mit einem Strohhalm an zuckerhaltigen Limonaden oder Säften "nuckelt". Es ist deshalb auch besser, ein Glas Saft auf einmal auszutrinken, als immer wieder einen kleinen Schluck zu nehmen.

Verwenden Sie Zuckerersatzstoffe. Zuckerfreier Kaugummi ist nützlich als Zwischendurchreinigung, da es die Beläge etwas verringert und die Speichelproduktion anregt, so dass der Säureangriff auf die Zähne schneller neutralisiert wird. Besonders empfehlenswert sind Xylit-haltige Kaugummis.

Reichlich trinken

Außerdem sollten Sie grundsätzlich viel trinken (am besten Mineralwasser), um den Spüleffekt im Mund zu verstärken. Nahrungsreste werden dadurch besser herausgespült. Wer Karies mit Hilfe von Nahrungsmitteln vorbeugen möchte, kann zur Abwechslung ruhig mal grünen oder schwarzen Tee trinken. Die enthaltenen Gerbstoffe hemmen das Wachstum Karies auslösender Bakterien.

Käse

Gut für die Zähne ist übrigens auch Käse: Das enthaltene Fett legt eine Art "Schutzfilm" um die Zähne und dank des hohen Anteils an Kalzium wirkt Käse zusätzlich remineralisierend.

Zahngesunde Ernährung – So ist es richtig

Die Ernährungstipps in der Übersicht

  • Möglichst wenige Zwischenmahlzeiten und Snacks jeder Art

  • Nach jedem Verzehr von Süßigkeiten die Zähne reinigen oder mit Wasser spülen

  • Bei Süßigkeiten den "zahnfreundlichen" Produkten den Vorzug geben

  • Braunen Zucker und kaltgeschleuderten Honig verwenden

  • Fruchtsäfte mit Mineralwasser (mindestens im Verhältnis 1:1 verdünnen)

  • Softdrinks als Light-Produkte mit Zuckerersatzstoff konsumieren.

  • Nach Fruchtsäften oder sauren Speisen (auch Äpfel und Orangen zum Beispiel) etwa eine halbe Stunde warten, bevor Sie mit dem Zähneputzen beginnen. Sie würden sonst den durch die Säuren angelösten Zahnschmelz mit wegbürsten. Erst nach etwa 30 Minuten hat sich dieser durch den Speichel wieder soweit stabilisiert, dass er "putzfähig" ist.

Ernähren Sie sich abwechslungsreich und ausgewogen. Das dient auch der allgemeinen Gesundheit.

Zähne brauchen Hartes zum Kauen, nach Möglichkeit zum Schluss einer Mahlzeit. Ein gesundes Frühstück besteht aus Knäcke- oder Vollkornbrot, damit die Zähne was zu Beißen und zum Kauen haben. Butter, Wurst oder Käse sind der richtige Brotbelag. Zusätzlich saftige Früchte und ein honigfreies Müsli.

Generell sollten eiweißreiche aber fettarme Lebensmittel wie Linsen, Bohnen, Getreide sowie mageres Fleisch und Fisch verzehrt werden. Frisches Obst und Gemüse sorgen für die wertvollen Vitamine und Spurenelemente. Mindestens die Hälfte der täglichen Lebensmittel sollte ungekocht verzehrt werden. Süßigkeiten nur zu Hauptmahlzeiten. Lieber eine ganze Tafel Schokolade auf einmal, als stückchenweise über den ganzen Tag.